Hausdurchsuchung rapido
November 18, 2008 – 7:12 pmUdo Vetter von Lawblog.de beschreibt, wie schnell man heutzutage die Bullen an der Backe haben kann:
Ein Klick auf einen Link kann zur Hausdurchsuchung führen? Wer es nicht glaubt, wird durch diesen Satz aus einer Ermittlungsakte belehrt:
Herr S. steht im dringenden Tatverdacht, am 18.01.2006 auf die Datei 1116916/PTN.rar.html auf der Seite rapidshare.de zum Zwecke des Herunterladens zugegriffen zu haben. Im Original handelt es sich dabei um einen Film mit kinderpornografischem Inhalt, der jedoch zuvor vom LKA BW gegen Daten ohne Kinderpornografie ausgetauscht wurde.
Wir halten fest:
- Es handelt sich um eins der beliebtesten Downloadportale.
- Der Link hat einen nichtssagenden Namen.
- Der Inhalt der Datei ist manipuliert.
Über die Folgen von Hausdurchsuchungen für die private und berufliche Existenz habe ich schon häufiger berichtet. Der Beschuldigte kann sich wenig davon kaufen, wenn nach Monaten festgestellt wird, dass seine Datenträger sauber sind. Dann liegen die private und berufliche Existenz häufig schon in Scherben.
So kann einem missliebigen Zeitgenossen einfach mal das Leben komplett ruiniert werden, ohne dass ein signifikant großer Aufwand getrieben werden muss. Und mit dieser Information kann der geneigte Leser auch nachvollziehen, wie man, bösartiges Planen vorausgesetzt, mit der Arbeit einer halben, vielleicht einer ganzen Stunde einen Menschen komplett ruinieren kann. Ich schreibe jetzt hier kein HOWTO - aber wer nicht ganz dumm ist, hat nun das Handwerkzeug parat, einen Gegner mal so richtig zu ficken. Lange Rede, kurzer Sinn: Mit diesem Post fordere ich ein zeitgemäßes Vorgehen bei Verdacht auf Onlinestraftaten.